Avid Elixir 5


„Die Elixir 5 bietet Kraft, Leistung und Qualität in einem, gepaart mit vielen Features der großen Schwestern – und das alles zu einem super Kurs. Mit nur 392 Gramm ist die neue Avid Elixir 5 zudem erstaunlich leicht.“
Tolle Werbesprüche – ob das alles stimmt?
OK - sie war schon drangebaut am Testbike, aber wer schon mal eine Avid montiert und ausgerichtet hat, weiß, dass das super einfach ist - Postmount sei Dank! Nachgewogen habe ich sie auch nicht, man kann aber meist ein paar Gramm hinzufügen. Und wenn sie dann 20 davon mehr hat - who cares?
Günstig ist sie auch, für um 80,- €/ Stück ist sie bereits erhältlich, statt zum UVP von 109,-€/Stück – einfach mal ein bisschen surfen...

Testbedingungen
Auf Gran Canaria konnte ich im Dezember 2010 bei optimalen Bedingungen testen, ob der Werbetext stimmt, denn ich bin zwei ausgiebige Touren mit völlig unterschiedlichen Charakteren gefahren:
Eine recht normale bei bestem Sommerwetter mit derben Schotter-trails, langen Steigungen und Singletrails im stetigen Auf und Ab und einer langen Straßenheimfahrt bergab – also Mischbedingungen, die Biker bei vielen Touren zu Hause auch so ähnlich vorfinden.
Die Anforderungen an die Bremse waren somit auch gemischt: Mal leicht schleifend bergab im steilen Trail, dann lange berghoch gar nicht, dann wieder kurz und knackig im Downhill und zuletzt vor Kreuzungen von hohen Geschwindigkeiten auf Null runter.
Die zweite Tour dagegen war echt extrem: Regen, Kälte, Schlamm und Nässe auf steilsten Trails, die dermaßen verblockt und mit Löchern, Felsen und Absätzen gespickt waren, dass es schon bei trockenen Bedingungen und perfekter Trailkenntnis der Hammer gewesen wäre. So, als „Erstbefahrung“, oftmals am Abgrund vorbei, durch Switchbacks auf lehmigen Boden –  da stand man dauerhaft auf der Bremse, um nicht zu schnell zu werden in diesem eher für waschechte Enduros perfekten Revier. Hier war vor allem eins gefragt: Perfekte Dosierbarkeit, hohe Bremskraft und Standfestigkeit.

Little problems
An beiden Tagen war nach dem Biketransport zum Start zunächst etwas Luft im System, da die bikes nahezu senkrecht im Hänger standen – eigentlich darf das nicht passieren, weil, wenn alles dicht ist in diesem geschlossenem System, wo soll dann die Luft herkommen? War aber so. Nach ein paar Pumpbewegungen löste sich das Problem aber in Luft, ähh, Bremsflüssigkeit auf und war behoben.

Test normal
Tour 1: No problems anywhere – die Hebel liegen gut in der Hand, die Einstellung der Griffweite per Inbus ist ratzfatz erledigt und mit wenig Handkraft war das bike jederzeit perfekt zu bändigen. Der Bereich vom ersten Zufassen übers starke Bremsen bis zum Blok-kieren der Räder ist dabei angenehm weit und somit sehr gut kontrol-lierbar – da brennt nix an, da hat man nie das Gefühl, man könnte sich verbremsen und evtl. aus Versehen das Rad blockieren. Auch die Bremskraft ist genau im richtigen Bereich: Sehr hoch aber doch gut dosierbar. Und auch nicht zu giftig – genau passend. Sehr schön.

Test brutal
Tour 2: Hui – die Bedingungen waren echt grenzwertig und hardcore. Auf den supersteilen und nassen Downhills mit den tiefen Löchern und Absätzen stand man fast dauerhaft auf der Bremse. Doch dank der wirklich guten Dosierbarkeit konnte man ganz kontrolliert fahren, ohne Rutscher zu provozieren – wirklich super! Auch die Standfestigkeit war über jeden Zweifel erhaben: Fading?  Überhitzung? Fehlanzeige. Aller-dings war es echt schattig – wie das bei 30 Grad Hitze aussieht, kann ich nicht beurteilen.
Auf einem wirklich langen, steilen Trail mit zig engen Kehren und nach zehn Minuten Dauerwürgens der Bremshebel hätte ich mir dann aber doch noch etwas mehr Power gewünscht, denn ich musste den zweiten Finger zu Hilfe nehmen. Da ich aber die 185er Scheiben am bike hatte, dürfte dieses „Problem(chen)“ mit den 200ern nicht existieren. Und mal ehrlich: Wo fährt man solche extremen Trails? Umso höher ist daher diese Leistung mit den kleineren Scheiben zu bewerten, denn die ersten zehn Minuten hatte ich immerhin nur einen Finger gebraucht – und ich wiege mal etwas mehr als ein leichter XC-Hüpfer!! Also, kein Nachteil, da dies tatsächlich ein extremer Härtetest war! Und den hat sie sehr gut gemeistert! Respekt!
9 von 10
RALLE-Nasen